das japanische Lächeln

 

heute eine seltsame Szene beobachtet, dir sich mir irgendwie eingeprägt hat. Ich beobachtete während ich auf die Einrichtung meines Überweisungskontos wartete die Servicemanieren der Bankdamen. Allesamt hatten ein natürlich freundliches Gesicht und darüber ein einstudiertes Lächeln. Ein Schalterdame begrüßte eine Kundin mit strahlendem Gesicht und lächelte die ganze kurze Interaktion über mit großer Emphase, soll heißen, mit weit angespannten Lachmuskeln. Die Zähne waren dabei bloßgelegt, wie es ja üblich ist bei einem breiten Lächeln. Als die Kundin allerdings schon gegangen war, hielt sich der Ausdruck wie festgeklebt an der Bankbeamtin fest. Länger als nur einen Moment stand ihr dasselbe Lächeln im Gesicht, sie selbst hatte sich schon wieder über ihre Papiere gebeugt und entblößte dabei weiterhin zwei weiße Zahnreihen. Ich fand, diese Mimik ohne den Zusammenhang mit einem Gegenüber ist so ungewöhnlich, dass es gar keinen Unterschied macht, ob die Dame eigentlich wirklich bloß vergessen hatte, dass sie noch immer breit grinst, oder ob sie beim Anblick der Zahlenspalten die Zähne fletschte.

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2 Gedanken zu „das japanische Lächeln

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