石巻

Das ist der angekündigte Artikel zu meiner Fahrt nach Ishinomaki im November. Ich hatte durch das Hochschulfest an meiner Uni ein paar Tage frei und nutzte die, um mir ein Bild von der jetzigen Situation in dem Tsunami – Katastrophengebiet im Nordosten zu machen. Um dort nicht als Tourist aufzutauchen und auch um die Möglichkeit zu haben, mit Einwohnern sowie Leuten von verschiedenen Hilfsorganisationen ins Gespräch zu kommen, meldete ich mich als Freiwillige bei der Initiative PeaceBoat. Ich fuhr direkt aus Singapur über Shanghai – Tokio mit dem Nachtbus dorthin, was ich niemandem empfehlen würde.

Meine Aufgabe bestand darin, zusammen mit einem oder einer anderen Freiwilligen in den temporären Siedlungen an jede Tür zu klopfen und die Leute zu fragen, wie es ihnen geht. Ich fühlte mich zwar überfordert, da meine eh mangelhaften  Japanischkenntnisse durch den starken Dialekt in dieser Region quasi unbrauchbar wurden, aber auf diese Weise konnte ich natürlich mehr erfahren als durch bloßes Beobachten.

Ein grundlegendes Fazit lässt sich vielleicht so formulieren: mein Eindruck war, dass nun, wo die unmittelbaren Folgen der Zerstörung geräumt sind, durch die Naturkatastrophe solche Probleme aufgedeckt und verstärkt wurden, die schon vorher bestanden haben.  Das fiel mir vor allem an der Situation der alten Menschen in dieser Region auf. Dieser Generation fehlt das Geld und die Kraft, sich noch einmal ein Haus oder ein soziales Netz aufzubauen. Eine Oma erzählte mir, sie wüsste nicht, wo ihre früheren Nachbarn und Freunde wären und hätte keine Möglichkeit, nach ihnen zu suchen. Ich kann zwar nicht nachvollziehen, worin die Schwierigkeit besteht, die Register der Notunterkünfte in Telefonbücher umzuschreiben, aber offenbar gibt es jede Menge solcher simplen Probleme mit komplizierten Lösungen.

Und die Besuche von alten Leuten als „Hilfe für Flutopfer“, die die Freiwilligen leisten, lässt sich von Besuchen bei alten Leuten unter normalen Umständen kaum unterscheiden. Teetrinken, Basteln, Erzählen – das ist jedenfalls bloß Nebensache der Gemeinschaft, die dabei geboten wird.

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